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Bild 1 zeigt eine normale Wirbelsäule aber unterer Brustwirbelsäule einschließlich gesamter Lendenwirbelsäule mit Übergang zu den Kreuzbandwirbeln. Alle Wirbelkörper sind grau dargestellt, die dazwischen gelegenen Bandscheiben hell mit einem ovalen Centrum, dem sogenannten Gallertkern.

Ganz unten im Bild erkennt man bereits das Kreuzbein mit einigen Wirbelkörpern, die aber nicht mehr von Bandscheiben zueinander abgetrennt sind, sondern lediglich von festem Bindegewebe. Hinter den Wirbelkörpern läuft der Wirbelsäulenkanal mit hell dargestelltem Rückenmarkwasser.

Die Wirbelsäule ist aber kein steifer Stock, sondern durchaus flexibel aufgrund ihres gegliederten Aufbaus mit zahlreichen Wirbelkörpern, Bandscheiben, unterschiedlichen Bändern und Muskelgruppen im Außenbereich.

Die Wirbelsäule ist somit ein dynamischer Teil des Bewegungsapparates von Mensch und Tier.

Bild 2 zeigt den identischen Wirbelsäulenabschnitt wie Bild 1.

Neben den unauffälligen Bandschreiben in den Zwischenwirbelfächern erkennt man aber auch eine gealterte, degenerierte Bandscheibe in der untersten Etage der Lendenwirbelsäule am Übergang zum Kreuzbein. Bild 2 demonstriert somit den Unterschied: intakte Bandscheibe- degenerierte Bandscheibe.

Die intakten Bandscheiben zeigen sich als helle Scheiben zwischen den jeweiligen Wirbelkörpern, sie sind gut hydriert, man erkennt zentral den halbflüssigen Gallertkern und im Außenbereich den Ring mit hyalinen Faserknorpel. Eine intakte Bandscheibe ist dehnbar, sie puffert Stöße und mechanische Belastungen ab und sorgt dafür, daß die Wirbelkörper nicht aneinander reiben, was sehr schmerzhaft wäre. Der Bandscheibenknorpel (ebenso wie der Gelenkknorpel) wird nicht über den Blutkreislauf ernährt, sondern muss regelmäßig Flüssigkeit aus seiner Umgebung aufnehmen. Ein komplizierter Prozess, der nur mit ausreichend Bewegung funktioniert und den notwendigen essentiellen Nährstoffen für den hyalinen Knorpel aus der umgebenden Flüssigkeit.

Mit den Jahren alter jedoch die Bandscheibe, das Gewebe verliert Wasser, die Elastizität schwindet und damit verliert die Bandscheibe ihre Pufferfunktion und Stoßabfederung. Im Kernspinbild stellt sich die degenerierte Bandscheibe dann dunkel dar, der Gallertkern ist verschwunden und der vormals gut hydrierte Faserring ist nur noch funktionsloses, minderwertiges bindegewebiges Restmaterial. Der Zwischenwirbelraum wird bei funktionslosen Bandscheibenresten zunehmend schmäler bis letztlich ganz aufgehoben und es treten dann in unterschiedlichen Ausprägungen Rücken- und Haltungsbeschwerden auf.

Bild 3 zeigt den gleichen Wirbelsäulenabschnitt wie in Bild 1 und 2.

Neben degenerierten Bandscheiben erkennt man zusätzlich Veränderungen an den Wirbelkörpern: Girlandenförmige und flächenhafte hellere Areale entsprechen hier abnormen Flüssigkeitseinlagerungen im Knochenmark der Wirbelkörper als Zeichen von regionalen Ernährungsstörungen und beginnenden Knochenumbauprozessen.

Diese Veränderungen finden sich oft im grenznahen Bereich der Wirbelkörper nahe ihrer Abschlussplatten zu den Bandscheiben und führen dann im weiteren Verlauf zu regionalen Knochenzerstörungen wie man insbesondere in der 2. Etage von unten erkennen kann. Die Abschlussplatte der Wirbelkörper stellt sich nicht mehr glatt dar, sondern zeigt eine wellige Kontur mit deutlicher Knochenzerstörungstendenz. Zudem ergeben sich Knochenumbauprozesse mit Randkantenwulstungen, welche insbesondere in dieser Etage zu einer hochgradigen Einengung des Wirbelkanals mit Unterbrechung der hell dargestellten Wirbelkanalflüssigkeit führt. Innerhalb des Kanals verlaufen aber lange Nervenbahnen, die sich später im Beckenbereich zu Nervenbündeln zusammenschließen und z.B. auch den Ischiasnerv bilden, welcher im weiteren Verlauf verschiedene Muskelgruppen der Beine versorgt.

Bei einer hochgradigen Verengung des Wirbelkanals bedingt durch degenerative Veränderungen sowohl der Bandscheiben als auch der Wirbelkörper kommt es dann zum Engpaßsyndrom mit mechanischer Kompression der langen Nervenbahnen und entsprechenden neurologischen Störungen und Ausfällen bis in den Beinbereich.