24.09.22

Hund mit Futternapf

St√∂rungen und Erkrankungen des Verdauungstrakts ‚Äď Infektionen (Teil 3)

Von Bakterien, Parasiten und Viren ‚Äď und wie man diese in den Griff bekommt

Im dritten Teil unserer Serie beschäftigen wir uns mit Infektionen des Magen-Darm-Trakts sowie mit den nutritiven Maßnahmen die Sie ergreifen können.

 

Bakterielle Infektionen des Verdauungstrakts kommen beim Hund eher selten vor, da die normale Darmflora Fremdkeimen keinen Raum zur Ansiedlung und Vermehrung l√§sst. Noch am h√§ufigsten kommen Infektionen mit Salmonellen vor, die bei Aufnahme hoher Mengen eine klinische Erkrankung verursachen k√∂nnen. Hunde k√∂nnen sich, neben zuf√§lliger Aufnahme aus der Umgebung, durch stark kontaminierte Schlachtabf√§lle, Gefl√ľgelprodukte oder getrocknete eiwei√üreiche Materialien infizieren, wobei es h√§ufig nur zu einer latenten Ansiedlung des Keims im Darmtrakt, d.h. ohne klinische Erscheinungen, kommt. Wenn allerdings weitere Faktoren wie z.B. durch F√ľtterung oder Medikamente verursachte Dysbiosen oder andere Belastungen hinzukommen, kann es zur Erkrankung in Form einer Darmentz√ľndung mit (ggf. blutigem) Durchfall kommen. Andere Bakterien, wie z.B. Clostridium perfringens, kommen auch nat√ľrlicherweise in der normalen Darmflora des Hundes vor, k√∂nnen aber ebenso mit nicht ausreichend erhitzten Futtermitteln aufgenommen werden und, wenn es sich bei dem jeweiligen Bakterienstamm um einen Enterotoxine (d.h. Giftstoffe) bildenden Stamm handelt, heftige w√§ssrige Durchf√§lle verursachen. Dar√ľber hinaus besteht hohe Ansteckungsgefahr f√ľr andere Hunde.

Die di√§tetische Behandlung bakterieller Erkrankungen des Verdauungstrakt h√§ngt von der Schwere der Erkrankung ab und beinhaltet im akuten Fall die Gabe von Fl√ľssigkeit, Elektrolyten und leicht verdaulichem Futter. Insbesondere bei Infektionen mit Clostridium perfringens sind ausgewogene Mischungen hochverdaulicher Komponenten, vor allem aus pflanzlichen Eiwei√ütr√§gern wie z.B. Sojaproteinisolat, und eventuell die Zugabe pflanzlicher Faserstoffe (z.B. Weizenkleie) empfehlenswert, w√§hrend schwer verdauliche bindegewebereiche Futtermittel gemieden werden sollten.

Virusbedingte Infektionserkrankungen des Darmkanals, hervorgerufen v.a. durch Parvo-, Rota- oder Coronaviren kommen insbesondere bei Junghunden h√§ufig vor (gelegentlich selbst dann, wenn diese geimpft sind) und k√∂nnen schwere, oft blutige Darmentz√ľndungen hervorrufen, die oftmals mit heftigen Durchf√§llen einhergehen, die zu starken Wasser- und Elektrolytverlusten und Verschiebungen im S√§ure-Basenhaushalt f√ľhren k√∂nnen. Die klinischen Erscheinungen sind aufgrund einer oft ausgepr√§gten degenerativen Ver√§nderung der Darmzotten durch das beteiligte Virus h√§ufig schwerer als bei anderen Krankheitsursachen. Daher muss auch der Verdauungskanal entlastet werden, bis sich die Schleimhautdegenerationen regeneriert haben.

Betroffene Hunde sollten f√ľr ca. 1-3 Tage kein Futter erhalten, Wasser- und Elektrolytverluste sowie √Ąnderungen im S√§ure-Basenhaushalt m√ľssen aber ersetzt bzw. korrigiert werden. Nach der akuten Phase k√∂nnen z.B. Fleischbr√ľhe, Hafer- oder Reisschleimsuppe gemischt mit Eidotter oder H√ľttenk√§se oder auch entsprechende kommerzielle Produkte angeboten werden. In der Folge k√∂nnen dann Schondi√§ten verf√ľttert werden, die aus hochverdaulichen Kohlenhydraten wie Haferflocken oder Reis, Eiwei√üen wie Fleisch, Quark oder Ei sowie Pflanzen√∂l, verteilt auf mehrere Mahlzeiten und auf K√∂rpertemperatur erw√§rmt, bestehen.

Infektionen mit Parasiten wie Giardien, Kokzidien, Spul-, Haken, Band- oder Peitschenw√ľrmern k√∂nnen ebenfalls Erkrankungen des Verdauungstrakts nach sich ziehen, klinische Erscheinungen sind aber aufgrund der mittlerweile relativ verbreiteten Prophylaxema√ünahmen seltener geworden. Insbesondere bei einem Mangel an Eiwei√ü sowie der Vitamine E und A im Futter steigt das Erkrankungsrisiko, da die Abwehrleistungen des Organismus beeintr√§chtigt werden k√∂nnen. Vor allem die Verf√ľtterung von Schlachtabf√§llen, aber auch die Aufnahme von Kot anderer Tierarten durch den Hund sowie bei Saugwelpen die Aufnahme von Muttermilch, wenn die Mutterh√ľndin infiziert ist, kann ein gewisses Infektionsrisiko mit sich bringen.

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Quellen:

Meyer, H. und Zentek, J. (2010). Ernährung des Hundes. 6. Auflage. Enke-Verlag, Stuttgart.

Squires, R.A. (2003). An update on aspects of viral gastrointestinal diseases of dogs and cats. New Zealnd Veterinary Journal 51(6), 252-261.